November – Die Zeit der Nebel
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(Gedicht von: Hermann Hesse) Im Nebel Seltsam, im Nebel zu wandern! Voll von Freunden war mir die Welt, Wahrlich, keiner ist weise, Seltsam, im Nebel zu wandern!
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Der Spätherbst entführt uns in seine schleierhafte Magie:
Wenn der Weg verschleiert ist, fragen wir uns:
Wohin führt dieser Weg?
Was liegt auf diesem Weg? Wer oder was behindert uns auf unserem Weg? Geh’ hinaus in die Natur –
und spür’ den Schleiern des Herbstes nach! (von: www.mit-ina-unterwegs.de)
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Ein kleiner Ausflug in den (äußerst reichen) Wortschatz der pfälzischen Mundart
Hier: Schimpfwörter über die menschliche Spezies (Die Geschichte ist etwas hinnerpälzisch gefärbt. Isch kann nett annerschd!)
Als ich noch im jugendlichen Alter war und ab und zu „uff die Roll’ gang“ bin, hat mir meine Oma des Öfteren gesagt: „Mach’ mer bloß kää Fisimatente!“ Spätestens seit es wikipedia.org gibt, kann die ganze Welt nachlesen, was dies bedeutet haben mag. Die Franzosen...
Na, so manch’ e Lackaff’, Phrasedrescher, Häbgetreeter, Schluri und Zorlschnorres, Schlitzohr unn Penningsfuchser hann isch getroff. Heit deet mer vielleischt zu demm saa: „Zentdreher“. Vielleischt hann die aa iwwer misch geredd: Was e Meckergäß, Schrabnell, Schneegans, Hawwedampnudel odder Knallerbs!
Wie die Geschischt aa ausgang iss – sie bleibt e Geheimnis!
Iwwrischens: Sie iss sowieso erfunn – bis uff die Fisimatente-Story vunn meiner Oma und dem tatsächlichen Reichtum an pfälzischen Schimpfwörtern (die Amis war’n bzw. sinn aa doo – mer märkst, gell?!). Awwer ääns will isch doch noch omerke (das O bitte offen sprechen!): Es hälft kää neimodisch Indernet (was hann norre die Inder als mit dem Combjuuder se duue??) unn wikipedia unn wie dess alles so hääßt: Wam’ meer die Pälzisch Sproch – vunn weller Region aa immer - nett schbresche duun (es missen jo nett graad norre Schimpfwörter sinn!), dann schdärbt se irschendwann aus unn mer kännen se dann wärklisch nor noch noolese – im wikipedia unn so...!
Anmerkung: Die Herkunft der einzelnen Worte zu ergründen, finde ich immer sehr spannend. Sie gibt uns sehr viel Aufschluss, z. B. über die Geschichte der Pfalz.
(Quellenangaben: Eigene Quellen und „Schimpfwörterlexikon – 1000 Worte Pälzisch“) Ina Schmitt (12/2008) www.mit-ina-unterwegs.de
P.S. Ein (alter?!) Pfälzer Witz: Einmal waren ein paar Touristen im Pfälzerwald unterwegs. Sie waren von der Schönheit der Landschaft begeistert und fragten den vorbeiziehenden Wanderer: „Können Sie uns bitte sagen, wie der Berg dort heißt?“Antwort: „Weller./(?)“
„Vielen Dank!“
Prosit Neujahr - uff (hinner)pälzisch
Proscht, gemoie im Nei Johr!
(Isch wünsch' Eisch) e Brezel wie e Scheierdoor,
e Kuche wie e Waansraad.
Doo wer' mer all' minanner satt!
(Mündliche Überlieferung von der Großmutter zur Enkelin, die Euch diese Grüße schickt.
Die "Neijohrs-Brezele" kann ich leider nicht über den Monitor hinüberreichen.)
Guten Start ins Neue Jahr!
Die Pfalzbibliothek in Kaiserslautern – eine wahre Fundgrube für Pfalz-Interessierte!
Ich gebe es zu: es ist kalt draußen – das Thermometer zeigte heute früh -15° Grad an. Da kann man gut verstehen, wenn so manch’ einer lieber zu Hause in den warmen vier Wänden verweilt. (Obwohl: ein Spaziergang oder eine Wanderung in der herrlichen Winterlandschaft ist ein Genuss, vorausgesetzt man ist entsprechend warm gekleidet.) Die Winterzeit eignet sich aber auch hervorragend zum Schmökern!
Wenn Sie sich tiefer in das Wissen über die Pfalz vertiefen wollen, dann sei Ihnen die Pfalzbibliothek des Bezirksverbands Pfalz in Kaiserslautern wärmstens ans Herz gelegt. Dort findet man über 80.000 Medien – nicht nur Bücher – vor allem mit dem Schwerpunkt „Pfalz“ (Geschichte, Kunst, Kultur, Wirtschaft, Landeskunde, pfälzische Autoren...). Ich habe im Übrigen auch sehr interessante Werke entdeckt, die es nicht in der Buchhandlung zu kaufen gibt! Wer sich von zu Hause aus bereits informieren möchte, ob für das gesuchte Themengebiet etwas vorliegt: einfach bei der „online-Suche“ bzw. „Fernleihe“ das gesuchte Schlagwort eingeben und das entsprechende Medium reservieren.
Weitere Informationen über die Pfalzbibliothek sowie den Bezirksverband und dessen vielfältige Aufgaben unter: www.pfalzbibliothek.de bzw. www.bv-pfalz.de
Viel Spaß beim Schmökern!
Pfälzer Wald oder Pfälzerwald?
Seit der Umstellung der Rechtschreibung bin ich immer einmal wieder verunsichert, was die Groß- und Kleinschreibung und das Zusammen- und Getrenntschreiben von Wörtern angeht. So auch in obigem Falle. Hier die Auflösung (sie hat übrigens nichts mit der Rechtschreibreform zu tun, sondern vielmehr mit historischen Wurzeln): Es gibt beide Variationen: Pfälzer Wald UND Pfälzerwald. Sie unterscheiden sich allerdings in Bedeutung und Gebietsumfang: Ein „Pfälzer Wald“ (oder auch „Pfälzischer Wald“) kann im Prinzip jede Ansammlung von Bäumen sein, die sich innerhalb der Pfalz befindet (so z. B. auch im Nordpfälzer Bergland oder in der Rheinebene.) Der „Pfälzerwald“ hingegen ist von seinem räumlichen Ausdehnungsgebiet her gesehen genau definiert. Menschen, die von dem größten zusammenhängenden Waldgebiet Deutschlands sprechen, meinen also den „Pfälzerwald“.
Meine Eselsbrücke: Die Pfalz ist unumgänglich mit dem Wald verbunden. (Immerhin nimmt der Pfälzerwald gut ein Drittel der Pfalz ein!) Die Bezeichnung „Pfälzerwald“ hat folgenden historischen Hintergrund, der bis ins Jahr 1843 reicht. Hier das Zitat von Daniel Häberle (Heimatforscher vom Daubenborner Hof bei Kaiserslautern) aus dem Jahre 1911:
„Es war im August 1843, als hoch oben auf dem Johanniskreuz eine Anzahl von pfälzischen Forstbeamten zusammenkam, um sich über eine rationelle Waldpflege zu beraten und Hauptwirtschaftsregeln aufzustellen. Die damals gefassten Beschlüsse wurden dann vom Kreisforstmeister Martin und Revierförster Stadtmüller in einer 1845 bei Kranzbühler in Speyer erschienen Denkschrift niedergelegt, die folgenden Titel führt: „Forstlich charakteristische Skizze der Waldungen auf dem b u n t e n S a n d s t e i n g e b i r g e der Pfalz, welche hier unter dem Namen P f ä l z e r w a l d bezeichnet werden“. Mit dieser Definition wurde das Buntsandstein-Waldgebirge als Ganzes nicht nur erstmals benannt, sondern zugleich als zusammenhängende Landschaft festgelegt. (Quellenangaben: Der Pfälzerwald – Portrait einer Landschaft, Herausgeber: Michael Geiger, Günter Preuß, Karl-Heinz Rothenberger; hier: Zitat von D. Häberle) Wer mehr über den Pfälzerwald erfahren möchte, kann sich z. B. auch am historischen Beschlussort Johanniskreuz weiter informieren: Im „Haus der Nachhaltigkeit“ findet sich u. a. ein 3D-Modell des Pfälzerwaldes, das man auf verschiedene Art (per Knopfdruck) „beleuchten“ kann. www.hdn-pfalz.de
Einige weitere links: www.wald-rlp.de und www.pfaelzerwald.de
1/2009 Ina Schmitt www.mit-ina-unterwegs.de
Von Pottaschsiedern, Harzbrennern, Beerensammlern und anderen alten Berufen im Pfälzerwald
Nein, es ist kein Ulk: Die Bezeichnung „Pottaschsieder“ gab es wirklich!
Es ist ein zusammengesetztes Wort: Pott-Asch(e)-Sieder. Doch dazu später.
Warum ich mich in diese Thematik eingelesen habe, kam folgendermaßen zustande: Ich war einmal wieder im Pfälzerwald unterwegs und mein Weg führte durch Fischbach bei Hochspeyer (Nähe Kaiserslautern). Dort entdeckte ich ein Schild, auf dem „Harzofen“ stand. Meine angeborene Neugierde führte bald zu einem Gespräch mit einem älteren Einheimischen, der mir die Sache erklärte. Mittlerweile weiß ich noch mehr: „Harzbrenner“, auch „Harzer“, „Harzsieder“ und „Pechbrenner“ genannt, waren damit beschäftigt, den Rohstoff Harz aus harzreichen Bäumen, vor allem aus Kiefern und Fichten (auch als „Pechbaum“ bezeichnet) zu gewinnen.
Dabei wurde die Baumrinde meist fischgrätenartig angerissen. Das Harz floss in ein Auffanggefäß. Durch die Weiterverarbeitung in den Harzöfen wurde der Rohstoff so bearbeitet, dass man Terpentinöl und nichtflüssigen Harz gewinnen konnte. Letzterer wurde z. B. zur Herstellung von Wagenschmiere, Papierleim, Lacken und Firnissen verwandt. Außerdem nutzte man gekochten Fichtenharz als Mittel zum „Auspichen“ von Bierfässern, so genanntes „Fasspech“. Nun zu den Pottaschsiedern: Pottasche nutzte man früher als Rohprodukt zur Wiesendüngung. Die Pottasche fand jedoch hauptsächlich Verwendung bei der Glas- und Seifenherstellung, sowie in der Färberei, in der Medizin und zum Bleichen von Wäsche. Pottasche wurde früher vorwiegend aus Buchenasche gewonnen (Auslaugen, Sieden und Verdampfen im eisernen „Pott“, Kalcinieren).
Die Pottaschsieder waren im Übrigen nicht sehr angesehen bei der Obrigkeit: Im Jahre 1711 klagte Kurfürst Johann Wilhelm, dass durch „das Aschen-Brennen in denen Wäldern durch die Pott-Aschen-Sieder nicht geringer Schaden geschiehet, indeme dadurch... viele gesunde, meistens aber unten am Stamm faul beschädigte Buchen, Mast-Bäume durch dieses lose Gesindel angesteckt und verbrannt, ja öffters gantze Revieren durch das Feuer verderbet werden...“ Die Nutzung und Bewirtschaftung des Pfälzerwaldes ernährte viele Menschen noch bis ins 19. Jahrhundert hinein und tut dieses zum Teil bis heute (wenn auch der Schwerpunkt verlagert ist.)
Um noch einige andere alte Berufe zu erwähnen: Flößer (siehe auch Beitrag über das Flößen im Pfälzerwald), Bergleute, Eisenschmelzer, Köhler, Glasmacher, Gerber, Imker, Waldbauern, Holzschuhmacher, Besenbinder, Bürsten- und Schindelmacher, Bordschnitter, Holzhauer und Förster. Auch das Beerensammeln war für viele Familien im Pfälzerwald eine gute Einnahmequelle: Heidelbeeren, Erdbeeren, Himbeeren, Brombeeren und Preiselbeeren. Manche Orte wie z. B. Iggelbach, Speyerbrunn, Esthal, Elmstein und Hohenecken hatten den Bewohnern sogar extra „Heidelbeerferien“ gegeben.
Quellenangaben: Der Pfälzerwald – Portrait einer Landschaft, ISBN 3-9801147-1-6, hier: Beitrag von Roland Paul (Institut für pfälzische Geschichte und Volkskunde, Kaiserslautern) www.pfalzgeschichte.de
01/2009 Ina Schmitt
www.mit-ina-unterwegs.de
Ein Wort in eigener Sache:
Wenn ich in dieser Kolumne über besondere historische Begebenheiten schreibe, so bitte ich um Verständnis, dass ich das jeweilige Thema zumeist nur „anschneiden“ und es nicht allumfassend darstellen kann. Meine Absicht: Sie neugierig zu machen für die „Geheimnisse“ der Pfalz!
Soweit ich Internetlinks, Buchtipps und Quellenangaben kenne, werde ich gern darauf aufmerksam machen.
Es liegt jedoch immer an jedem Einzelnen – sollte er sich mehr für das Thema interessieren – sich selbst weiter zu informieren und nachzuforschen. Viel Spaß dabei!
Natürliche Grüße
Ina Schmitt www.mit-ina-unterwegs.de
Nachdenkliches zur Winterzeit
Dieses Jahr, so kann man behaupten, haben wir einen richtigen „Winter“. Es ist kalt draußen. Zum Teil richtig kalt. Wir sehen unseren eigenen Atem. Morgens kann man als Autobesitzer die immer wieder faszinierend aussehenden Eiskristalle bewundern, ein Erlebnis, das Garagenbesitzern leider vorenthalten bleibt. Der Spaziergang auf schneebedeckten Wegen hinterlässt „Eindrücke“. Wenn Sie sich die Zeit nehmen wollen, so stellen Sie sich doch einmal die Frage:
„Was bedeutet für mich eigentlich „Winter“?
Mit nachdenklichem Gruß Ina Schmitt http://www.mit-ina-unterwegs.de
Es gibt ein Leben neben unseren asphaltierten Straßen!
Neulich abends bin ich auf einem asphaltierten Feldweg gelaufen. Ich habe mich sicher gefühlt. Sicher, weil andere Menschen diesen Weg „fest“ gemacht haben. Sie haben einen Weg in die Wildnis geschlagen. „Hier sind wir. Wir Menschen. Dies ist unsere Zivilisation“.
Definition Zivilisation: „Die durch Fortschritt von Wissenschaft und Technik geschaffenen Lebensbedingungen der Menschen“ (Quelle: wikipedia).
Wohin sind wir fortgeschritten? Fortgeschritten von uns selbst?
Bedeutet „Bequemlichkeit“ unabdingbar auch „Fortschreiten von unseren natürlichen Wurzeln?“
Als die Rotte Sauen über meinen Weg gezogen sind – es waren kaum 100 Meter Entfernung – war ich mir unserer „Sicherheit“ nicht mehr sicher.
Vielleicht sollten wir „andere Wege“ beschreiten?
Gruß
Ina Schmitt
Natur- und Wildnispädagogin
Steine, Steine, Steine - Uralte Wege im Pfälzerwald
Möchte man die Früh- und Vorgeschichte im Pfälzerwald erkunden, so ist man oft auf Steine angewiesen. Wenn Sie wieder im Pfälzerwald wandern gehen, achten Sie doch einmal auf die Bodenbeschaffenheit Ihres Weges: Des Öfteren sind breitere Wege mit Sandsteinen gepflastert und an den Seiten zum Teil sogar mit Bordsteinen versehen. Sie sind Hinweise darauf, dass es sich um uralte Wege handelt. Manchmal erkennt man sie auch erst auf den zweiten Blick, denn oft verdecken Schotter, Sand und Laub die Struktur.
Vielfach nennt man solche Wege „Römerstraßen“. Aber warum sollten die Römer neue Straßen erbaut haben, wenn es zuvor bereits welche gab – wenn auch noch nicht unbedingt gepflastert?
Vor den Römern haben die Kelten unser Land besiedelt und davor – dies ist archäologisch belegt – gab es auch schon Siedler. Wo beginnen diese Wege, wohin führen sie? Was haben sie wohl schon alles erlebt?
Die Pfalz erkunden macht Spaß. Und hat man einmal einen Ansatzpunkt gefunden, wird es immer interessanter!
3/2009 Ina Schmitt www.mit-ina-unterwegs.de

Land-Art

Wie viele Stunden mag dieser Künstler, dessen Namen ich bisher nicht herausfinden konnte, wohl dafür verwendet haben, um dieses wunderbare Steinkunstwerk zu errichten?
Wo gesehen? Im Pfälzerwald. Haltet die Augen offen!
Tradition - Winterverbrennung
Dess Wochenend (21.03.09) hammer ne vebrennt, denne Winder!
Vetribbt hammer ne - mit Trummelschlä und Rassele. Unn Frihlingslieder hammer gesung. Es hott Frihlingssupp gäbb unn leckere Dampnudele dezu. Unn die Kinner hann Brezele mit Frihlingsbändscher dro kriet.
Uff em Bild lacht er grad noch so, der kalt Gesell.
Mach disch fort. Es reischt!
Ina Schmitt

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