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Bellheim

Bellheim ist nach den Worten seines wohl bekanntesten Sohnes, des Mundart- und Heimatdichters August Heinrich, genannt "Bellemer Heiner", "de Nawwel vun de Erd" (der Nabel der Erde). Dieses Urteil ist sicherlich übertrieben, immerhin aber entsprang es der poetisch-bildhaften Phantasie eines weit gereisten Urpfälzers, dem sein Bellheim als Lebensmittelpunkt erschien und viele Bellheimer sind auch heute noch ohne Wenn und Aber bereit, diese Behauptung zu unterzeichnen.
 
Eine geographische Beschreibung des ausgehenden 18. Jahrhunderts bezeichnet Bellheim ebenfalls als "ansehnlichen Marktflecken" und in der Tat war es so, dass Bellheim immer als großes, stattliches Dorf in der Südpfalz herausragte. Grabungsfunde weisen darauf hin, dass in diesem Siedlungsraum schon früh Menschen gelebt haben. Mit der heute noch als "Gollenberg" bezeichneten höchst gelegenen Gewanne der Gemeinde Bellheim wird ein Kultmal aus der jüngeren Steinzeit in Verbindung gebracht, das in der Volkssage weiterlebt. Im Unterschied zu weiteren Gollensteinen im pfälzischen Raum, haben sich hier allerdings keine Überreste erhalten.

Erste urkundliche Erwähnung findet Bellheim im Lorscher Kodex am 12. Juni 774. Im Jahre 1200 wird Burg Spiegelberg an der Grenze zur Hördter Gemarkung zum 1. Mal erwähnt. In der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts war sie Aufenthaltsort deutscher Kaiser und Könige. Friedrich II. urkundete hier, auch Heinrich VII. Wahrscheinlich wurde die Burg in der 1. Hälfte des 14. Jahrhunderts zerstört.  Im 30jährigen Krieg wechselten Herrschaften und Glaubensrichtungen. Die Gegend um Bellheim wurde zum Spielball französischer Hegemonialpolitik und europäischer Machtkonstellationen. Sichtbarer Beweis dieser politischen Ereignisse in und um Bellheim wurden die sog. "Queichlinien", umfangreiche Befestigungswerke des 17. und 18. Jahrhunderts und Schloss Friedrichsbühl, Jagdschloss des Kurfürsten Friedrich II. mitten im Bellheimer Forst. Die Befestigungen sind heute teilweise noch gut in der Landschaft erkennbar, vom Schloss dagegen ist nur noch der Wassergraben geblieben.

In der Zeit der Revolutionskriege zwischen dem späten 18. und 19. Jahrhundert fielen die Ideen von Freiheit und Brüderlichkeit auch in Bellheim auf fruchtbaren Boden. Ein Freiheitsbaum wurde gepflanzt für die Ideale der Revolution.

Napoleon sorgte für die Verbreitung des Code Civil und band die Gemeindeverwaltung Bellheim an französisches Recht. Wieder war es militärische Willkür, die dafür sorgte, dass Bellheim im Zuge der Europäischen Neuordnung nach der napoleonischen Ära 1816 endgültig an Bayern kam.  Am 13. Juni 1848 war Bellheim Austragungsort eines Gefechtes zwischen den so genannten "Freischaren" und Truppen der Festung Germersheim.

Im 1. und 2. Weltkrieg blieb Bellheim weitgehend von Zerstörung verschont, allerdings wurde der Ort sehr stark mit Quartierleistungen, Truppen- und Verwundetenversorgung in Anspruch genommen. In den 50er und 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts wuchs Bellheim sehr rasch zu einer großen Wohngemeinde. Mit der entsprechenden Infrastruktur stellt sich Bellheim heute als große Gemeinde mit hohem Freizeitwert dar.

Bellheim zählt heute rund 8300 Einwohner. Im Ort selbst gibt es heute etwa 1300 Arbeitsplätze, wobei die Bellheimer Metallwerke und die Brauerei Silbernagel den größten Anteil stellen und der wirtschaftliche Mittelpunkt Bellheims sind. Ein leistungsfähiges Gewerbe mit größeren Handwerksbetrieben und Einzelhandelsgeschäften ergänzt das gewerbliche Angebot. Bellheim hat eine Gemarkungsfläche von 2.045 ha mit fruchtbaren Feldern, Wiesen und einem rd. 800 ha großen Gemeindewald. Während früher in vielen Häusern Landwirtschaft in Haupt- und Nebenerwerb betrieben wurde, ist heute die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe auf ein knappes Dutzend geschrumpft. Sie bewirtschaften das Anfang der 60er Jahre flurbereinigte Ackergelände überwiegend mit Getreide und Hackfrüchten.
 
 
 
 
 
 

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