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Rathaus Schifferstadt

Rathaus von Schifferstedt, Radierung von Ruth Schell Schifferstadt, die größte Gemeinde des Landkreises Ludwigshafen, liegt inmitten der oberrheinischen Tiefebene im Städtedreieck Speyer – Neustadt an der Weinstraße ‒ Ludwigshafen. Schifferstadt befindet sich aber auch in einem der bedeutendsten Gemüseanbau-Gebiete Deutschlands und wurde unter anderem auch bekannt für seinen Rettich, dem alljährlich in einem viertägigen „Rettichfest“ gehuldigt wird.

Die Vorgeschichte von Schifferstadt beginnt in der mittleren Bronzezeit. 1835 wurde auf einem Acker bei Schifferstadt der „Goldene Hut” gefunden, ein Kultgerät in getriebenem Goldblech aus der Zeit zwischen 1400 und 1200 v. Chr. Schifferstadt entstand durch den Bau eines fränkischen Königshofes und wurde 868 in einer Urkunde Ludwigs des Deutschen als „Sciffestad“ erstmalig urkundlich erwähnt. Bis 1101 hat sich der Name Schifferstadt entwickelt.

Das alte Rathaus im Ortszentrum ist eines der größten und ältesten pfälzischen Rathäuser. Das zweigeschossige Gebäude steht frei an einem Platz. Das gemauerte und verputzte Erdgeschoss mit Eckquaderung wurde 1558 erbaut. Die ehemals offene Halle hat gleichmäßig große Rundbogenöffnungen: fünf auf der Traufseite, drei auf der Giebelseite. Die Öffnungen sind teils als Portale, teils als Fenster gestaltet. Eine an der nördlichen Traufseite verlaufende überdeckte Freitreppe führt zum Obergeschoss. Der Unterbau der Treppe ist in einem Stück mit der Brüstung gemauert. Unter der Treppe ist die „Betzenkammer”, zugänglich durch einen spätgotischen Türbogen. Die Überdachung ruht auf hölzernen Ständern und mündet in eine achtseitige schiefergedeckte Kuppel über dem Podest. Das Obergeschoss und die drei Giebelgeschosse von 1685 bestehen aus Fachwerk ‒ einem Meisterwerk der Zimmermannskunst. Im Obergeschoss stehen Mannfiguren zwischen den Fenstern und Feuerböcke unter den Fenstern im Brüstungsbereich. „Feuerbock” ist ursprünglich eine germanische Rune, die in die Formensprache des Fachwerks übernommen wurde: in diesem Fall ein Andreaskreuz aus geschweiften Hölzern. Die kräftigen Eckständer tragen zum Teil die Jahreszahl 1685. Die Geschosse der Giebelfront sind durch breite Rahmhölzer horizontal getrennt. Im untersten Giebelgeschoss rahmen zwei Mannfi guren die beiden Fenstergruppen ein. Unter den Fenstern, im Brüstungsbereich, lockern geschweifte Zierstreben die Gefache auf. Die beiden Giebelobergeschosse zeigen neben den konstruktiv notwendigen Ständern und Streben geschweifte Zierstreben. Die handwerkliche Ausführung macht das Schifferstadter Rathaus zu einem architektonischen Kleinod. Nur schade, dass die Namen der am Bau Beteiligten nicht bekannt sind.

 


Die schönsten Rathäuser der Pfalz, Agiro - VerlagAlle Texte und Abbildungen sind mit freundlicher Genehmigung entnommen aus:

Die schönsten Rathäuser der Pfalz von Ruth Shell mit Texten von Dr. Johann-Martin Deinhard
Bildband und Dokumentation, Hardcover, ca. 112 Seiten, 14,90 €, ISBN 978-3-934769-89-2 erschienen im Dezember 2008

Von der Anmut kleiner Rathäuser in der Pfalz - aufgespürt und künstlerisch umgesetzt in Radierungen von Ruth Schell, mit begleitenden Texten von Dr. Johann-Martin Deinhard. Wahre Kleinode sind sie manchmal: die alten Rathäuser der Pfalz. Und genau darum geht es der in Bobenheim am Berg lebenden Künstlerin Ruth Schell: um die versteckte Schönheit, die verborgene Anmut der Rathäuser in kleinen Dörfern oder Städtchen in der Pfalz.

Die besondere Atmosphäre der Rathäuser - von Altdorf über Haßloch, Diedesfeld oder Freinsheim bis Zweibrücken -, die Ruth Shell als Radierung im Miniaturformat künstlerisch eingefangen hat, wird durch dieses ausgefallene Büchlein wiedergegeben. Ergänzt werden die detailreichen Grafiken durch Texte von Denkmalpfleger Dr. Johann-Martin Deinhard, der die Geschichte und die baulichen Hintergründe der jeweiligen Rathäuser in lebendige Erinnerung bringt.

Erhältlich im Buchhandel oder direkt über den Agiro-Verlag, http://www.agiro.de ,Tel. 06321 - 48 93 43

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