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Schneespaziergang

Zeichnung von Ute Knieriemen-WagnerMit dem ersten Schnee verwandelt der Pfälzerwald sich oft über Nacht in eine Zauberlandschaft. Was den Autofahrern ein Ärgernis ist, dies ist den Kindern die große Winterfreude! Der erste Schnee hat etwas Magisches und meist schafft er es auch, die Seele der Erwachsenen zu bezaubern. Über einer Neuschneelandschaft liegt etwas Märchenhaftes. Sie berührt uns wie ein wundersames Gedicht und entführt uns ins Reich unserer Kindheit. Es liegt ein unwirklicher und unbeschworener Zauber über dem Wald, wenn der frisch gefallene Schnee die Landschaft verwandelt.

Nun ist es an der Zeit den Schlitten zu nehmen und aufzubrechen. Zuerst in den Trippstadter Schlosspark der sich mit dem ersten Schnee in eine große Spielwiese für die Trippstadter Kinder verwandelt hat. Wie ein verwunschener, geheimer Garten erscheint uns jetzt der Park. Der über Winter stillgelegte Springbrunnen steht nun einsam da und mächtig wirkt das Schloss, mit seinen wuchtigen Sandsteinquadern und Balustraden. Wenn dann noch die Wintersonne mit ihren Strahlen die ganze Umgebung in ein winterliches Gold eintaucht, fühlt man sich fast in ein anderes Jahrhundert versetzt.

Groß ist die Freude der hier spielenden Kinder, überall werden Schneemänner aufgestellt und der ansonsten in seinem träumerischen Dornröschenschlaf liegende Schlosspark widerhallt im jubilierenden Spiel der Jungen und Mädchen. In diesem Gewimmel von fröhlichen Kinderherzen spürt man vielleicht am eindringlichsten die Bedeutung des Wortes „Heimat". Dieses Wort hat etwas Metaphysisches an sich, es widerspiegelt sich in den glücklichen Augen der hier spielenden Kinder. Heimat hat etwas mit Landschaft zu tun.

Zeichnung von Ute Knieriemen-WagnerWenn wir den Park durch seinen „Hinterausgang" verlassen, eröffnet sich uns eine wunderschöne Aussicht auf die in weiß getauchten Höhenzüge des Pfälzerwaldes und unser bewundernder Blick spürt mit einem Mal den Zusammenhang von innerer und äußerer Landschaft. Unser Auge ist noch gebannt von den umliegenden Wäldern und baumbestandenen Hügeln, während wir dem schmalen Waldpfad folgen, der uns hinunter ins romantische Karlstal führt. Im Winter herrscht hier eine wohltuende Stille, nur hin und wieder ertönt aus dem Dickicht der Bäume der einsame Ruf eines Vogels. Still fließt die Moosalb durch das Tal und die vom Schnee bedeckten Fichten und Tannen versetzen uns in eine unwirkliche Stimmung, so dass es uns nicht wundern würde, wenn plötzlich Knecht Rupprecht mit seinem Schlitten, gezogen von einem wunderschönen weißen Hirsch, uns aus dem Fichtenwald entgegenkäme.

Wenn wir am späten Nachmittag das Tal verlassen und uns wieder bergauf nach Trippstadt begeben, vorbei an der uralten Burgruine Wilenstein, die trutzig auf ihrem Bergkuppe thront, begleitet uns ein gutes Gefühl. Wir verspüren jene Harmonie in uns die der Pfälzerwald dem Wanderer schenkt, der sich aufmacht, seine Schönheiten und Geheimnisse zu ergründen.

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