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Herbstzeit ist Wildbeerenzeit

Zeichnung: Ute Knieriemen-WagnerZu den Waldfrüchten, die uns der Herbst schenkt, gehören neben Pilzen auch die Wildbeeren. Jeder Naturliebhaber kennt wohl einige Wildbeerenarten, doch hören bei den meisten Menschen nach 6 bis 7 Arten die Beerenkenntnisse bereits auf, dies könnte eventuell für Beerensammler gefährlich werden. Wie im Reich der Pilze gibt es auch bei unseren heimischen Wildbeeren hochgiftige Gesellen, die für den Laien oft schwer von den essbaren Früchten zu unterscheiden sind. Wie bei den Pilzen gilt auch hier die alte Weisheit: Finger weg von Beeren, die man nicht genau kennt.

Ein Beispiel geben zwei Pflanzen der Familie der Geißblattgewächse, die der gleichen Gattung angehören und beide äußerst giftig sind: das wohlriechende Geißblatt, bekannt unter dem Namen Jelänger Jelieber, und die Rote Heckenkirsche. Beide bringen täuschend ähnliche Beeren hervor, die sich äußerlich fast nur durch ihre Anordnung voneinander unterscheiden, während Blätter und Blüten leichter gegeneinander abzugrenzen sind. Beide sind absolut giftig!

 

Von unseren heimischen essbaren Wildbeeren kennt fast jeder die Himbeere, Walderdbeere und Brombeere, die ihre Früchte allerdings im Sommer tragen. Die Frucht des schwarzen Holunders, unseres Heil bringendsten Beerenstrauches, reift im Frühherbst. Blüte, Blätter, Frucht, Holz und Wurzel dieses Baumes sind essbar und heilkräftig. Es gibt eine Vielzahl von Holunderrezepten. Auch die Eberesche, auch als Vogelkirsche bekannt, deren Beeren gerne zu Saft, Sirup und Gelee verarbeitet wird, reift im Herbst. Ihre Früchte sind besonders vitaminhaltig, erhalten aber erst Geschmack, nachdem der erste Frost über sie gezogen ist.

 

Kritisch wird es wieder beim Traubenholunder, der roh giftig, dessen gekochter Saft essbar ist. Der Weißdorn ist genießbar, schmeckt aber bitter und fade. Als wichtige Heilpflanze gehört er in die Hausapotheke und weniger in den Kochtopf oder das Marmeladenglas.

 

Zeichnung: Ute Knieriemen-WagnerDie Kornelkirsche, auch gelber Hartriegel genannt, gibt eine leckere Marmelade ab. Die Mehlbeere ist nur gekocht essbar. Den Sanddorn finden wir bei uns nur als Zierstrauch, seine Beeren sind äußerst vitaminreich und ergeben einen köstliches, gut schmeckenden Sirup. Höchst selten findet sich bei uns auch die Rauschbeere, die der Heidelbeere ähnelt. Sie ist genießbar, doch wie schon ihr Name aussagt, wenn man zu viel ihrer fad schmeckenden Beeren isst, kommt es zu Rauschzuständen mit Übelkeit. Man sollte auf das Sammeln dieser Art also verzichten. Eine weitere bekannte Beerenart, die wir fast überall vorfinden, ist der Schleh- oder Schwarzdorn. Die im September reifenden Steinfrüchte enthalten Gerbstoffe, Säure, Farbstoffe, Zucker und Vitamin C. Sie schmecken besonders vor dem ersten Frost absolut sauer und bitter. Frost macht die Schlehe mürbe und süßer. Zur Herstellung von Schlehenwein und Schnaps werden sie ebenso gesammelt wie zur Bereitung des köstlichen Schlehenlikörs, aber auch zu Mus, Marmelade und Saft.

 

Die Wacholderbeeren sind roh essbar, eignen sich jedoch vorwiegend als Gewürz. Heckenrose und Kartoffelrose ergeben eine vorzügliche Marmelade. Als Haustee ergibt die getrocknete Beere ein wohlschmeckendes und vitaminreichen Getränk.

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