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Rathaus Hambach

Rathaus von Hambach, Radierung von Ruth SchellHambach, seit 1969 ein Stadtteil von Neustadt, gehört zu den reizvollsten Orten an der Weinstraße. Zahlreiche Fachwerkhäuser aus dem 18. Jahrhundert mit Hoftor und „Nadelöhr”, oft auch mit einer Freitreppe, bilden ansprechende Straßenbilder. Das einstige Winzerdorf gilt als Wiege der deutschen Demokratie, weil auf dem nahen Hambacher Schloss 1832 eine große Freiheitskundgebung stattfand, das Hambacher Fest. 

 
Urkundlich ist Hambach erstmals 865 erwähnt, in einer Schenkungsurkunde Ludwigs des Deutschen, der dem Hochstift Speyer Ländereien zu „Haganbach” übereignet hat. Mit einer kurzen Unterbrechung waren die Hambacher Untertanen des Fürstbischofs von Speyer. 

Die Kästenburg wurde vermutlich von Heinrich II. (1002 - 1024) erbaut und ging 1100 mit dem Dorf Hambach in den Besitz des Stiftes Speyer über. Im 13. und 14. Jahrhundert wurde sie zur bischöfl ichen Schirmfeste ausgebaut. Nach der Zerstörung im Bauernkrieg 1525 wurde sie in Fronarbeit teilweise wiederaufgebaut. 1797 wird die Kästenburg Eigentum des französischen Staates. Unter bayerischer Herrschaft (1816) wird das Gelände in 136 Lose aufgeteilt und an Neustadter Bürger versteigert. Der Name „Kästenburg“ wird in „Hambacher Schloss“ geändert. Am 17. Mai 1832 begehen rund 30.000 „Patrioten” das Hambacher Fest. Es geht um nationale Grundrechte und die Forderung nach einem Nationalparlament. 1842 wird die Schlossruine dem Kronprinzen Maximilian zur Hochzeit geschenkt („Maxburg“). Der geplante Umbau zu einem Königsschloss wird 1846 zugunsten der Ludwigshöhe aufgegeben. 

Der Entwurf für das alte Rathaus stammt von dem fürstbischöflich-speyerischen Baumeister Johann Georg Stahl (1687 - 1755), der von der Schule Balthasar Neumanns und dem Architekturideal des Landesherrn Damian Hugo von Schönborn geprägt war. Die Grundidee war Symmetrie und eine zentralisierende Tendenz. Entstanden ist ein zweigeschossiger massiver Putzbau mit hohem Kellersockel ‒ wegen der Hanglage – und mit Rundbogenöffnungen. Erdgeschoss und Obergeschoss haben Ecklisenen und ein geschosstrennendes Gesims. Die Rechteckfenster mit Ohrenrahmung sind im Achsverhältnis 7:3 angeordnet. Auf der dem Marktplatz zugewandten Giebelseite befi nden sich drei Rundbogenöffnungen mit Schlussstein, wovon eine als Eingang dient. Auf der dem Markt zugewandten Giebelseite nehmen im Obergeschoss zwei Muschelnischen die Holzfiguren des Heiligen Joseph und des Heiligen Nepomuk auf.


Die schönsten Rathäuser der Pfalz, Agiro - VerlagAlle Texte und Abbildungen sind mit freundlicher Genehmigung entnommen aus:

Die schönsten Rathäuser der Pfalz von Ruth Shell mit Texten von Dr. Johann-Martin Deinhard
Bildband und Dokumentation, Hardcover, ca. 112 Seiten, 14,90 €, ISBN 978-3-934769-89-2 erschienen im Dezember 2008

Von der Anmut kleiner Rathäuser in der Pfalz - aufgespürt und künstlerisch umgesetzt in Radierungen von Ruth Schell, mit begleitenden Texten von Dr. Johann-Martin Deinhard. Wahre Kleinode sind sie manchmal: die alten Rathäuser der Pfalz. Und genau darum geht es der in Bobenheim am Berg lebenden Künstlerin Ruth Schell: um die versteckte Schönheit, die verborgene Anmut der Rathäuser in kleinen Dörfern oder Städtchen in der Pfalz.

Die besondere Atmosphäre der Rathäuser - von Altdorf über Haßloch, Diedesfeld oder Freinsheim bis Zweibrücken -, die Ruth Shell als Radierung im Miniaturformat künstlerisch eingefangen hat, wird durch dieses ausgefallene Büchlein wiedergegeben. Ergänzt werden die detailreichen Grafiken durch Texte von Denkmalpfleger Dr. Johann-Martin Deinhard, der die Geschichte und die baulichen Hintergründe der jeweiligen Rathäuser in lebendige Erinnerung bringt.

Erhältlich im Buchhandel oder direkt über den Agiro-Verlag, http://www.agiro.de ,Tel. 06321 - 48 93 43

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