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Rathaus Speyer

Rathaus von Speyer, Radierung von Ruth Schell

Speyer ist eine historisch und kulturell bedeutende Stadt am Oberrhein mit gut 50.000 Einwohnern. Funde aus der Stein-, Bronze- und Eisenzeit belegen, dass es bereits vor 5.000 Jahren dauerhafte bäuerliche Ansiedlungen an einer Rheinfurt in der Gegend des heutigen Speyer gab.

 


Als römische Gründung eine der ältesten Städte Deutschlands, hieß Speyer „Noviomagus“ (Erwähnung um 150 in der Weltkarte des Griechen Ptolemaios) oder „Civitas Nemetum“ (Hauptstadt der germanischen Nemeter). Im Jahre 346 wurde Speyer erstmals als Bischofsitz genannt. Um 600 wurde „Spira“ Zentrum des Speyergaus. 1030 ließ der salische Kaisers Konrad II. den Grundstein für den Bau des Speyerer Doms legen, dem größten Kirchenbau seiner Zeit und Symbol für die kaiserliche Macht und das Christentum. Im Mittelalter war Speyer als freie Reichsstadt (1294) eine der bedeutendsten Städte des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation. Zwischen 1816 und 1945 war Speyer Sitz der bayerischen Verwaltung der Pfalz. Der Kaiser- und Mariendom ist heute die weltweit größte noch erhaltene romanische Kirche und zählt seit 1981 zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Das Rathaus ist ein repräsentativer Spätbarockbau, der zwischen 1712 und 1726 nach Plänen des Esslinger Baumeisters Johann Jakob Böhrel und des Kurpfalzischen Hofbaumeisters Johann Adam Breunig an der Stelle der aus dem 15. Jahrhundert stammenden, 1689 zerstörten städtischen Kanzlei und zweier anderer Hausplätze errichtet wurde. Das Gebäude ist ein in die Häuserzeile einbezogener, großvolumiger, zweigeschossiger Putzbau mit typischer Sandsteingliederung und hohem Mansardwalmdach. Die langgestreckte, durch monumentale Pilaster ausgezeichnete Straßenfassade in der Maximilianstraße wird durch einen breiten übergiebelten Mittelresalit charakterisiert. In dessen Mitte befi ndet sich der prächtig gerahmte rundbogige Eingang mit dem originalen zweifl ügeligen Holztor. Es wird von Freisäulen flankiert, die einen mit reichem Bildhauerschmuck ausgestalteten geschweiften Balkon als „Ratslaube“ tragen. Im Bogenscheitel des Portals sieht man das Stadtwappen mit einer Mauerkrone. In der Frontfassade befi nden sich im Obergeschoss neun, im Untergeschoss acht Fenster. Im Inneren verläuft ein großes, gegen den Hof vorspringendes doppelarmiges Treppenhaus. Sehr bemerkenswert ist der im Erdgeschoss vom Grundriss her quadratische Archivraum mit Mittelstütze und auf drei Seiten umlaufenden Emporen, die über zwei Wendeltreppen zu erreichen sind. Der große Sitzungssaal in der Mittelachse des Obergeschosses ist mit bedeutender Stuckdekoration im Stil des frühen Rokoko aus der Erbauungszeit geschmückt. Im westlichen kleinen Sitzungssaal befi ndet sich eine prachtvoll bemalte Decke mit allegorischen Figuren von der Hand des Johann Georg Dathan (1725).

 


Die schönsten Rathäuser der Pfalz, Agiro - VerlagAlle Texte und Abbildungen sind mit freundlicher Genehmigung entnommen aus:

Die schönsten Rathäuser der Pfalz von Ruth Shell mit Texten von Dr. Johann-Martin Deinhard
Bildband und Dokumentation, Hardcover, ca. 112 Seiten, 14,90 €, ISBN 978-3-934769-89-2 erschienen im Dezember 2008

Von der Anmut kleiner Rathäuser in der Pfalz - aufgespürt und künstlerisch umgesetzt in Radierungen von Ruth Schell, mit begleitenden Texten von Dr. Johann-Martin Deinhard. Wahre Kleinode sind sie manchmal: die alten Rathäuser der Pfalz. Und genau darum geht es der in Bobenheim am Berg lebenden Künstlerin Ruth Schell: um die versteckte Schönheit, die verborgene Anmut der Rathäuser in kleinen Dörfern oder Städtchen in der Pfalz.

Die besondere Atmosphäre der Rathäuser - von Altdorf über Haßloch, Diedesfeld oder Freinsheim bis Zweibrücken -, die Ruth Shell als Radierung im Miniaturformat künstlerisch eingefangen hat, wird durch dieses ausgefallene Büchlein wiedergegeben. Ergänzt werden die detailreichen Grafiken durch Texte von Denkmalpfleger Dr. Johann-Martin Deinhard, der die Geschichte und die baulichen Hintergründe der jeweiligen Rathäuser in lebendige Erinnerung bringt.

Erhältlich im Buchhandel oder direkt über den Agiro-Verlag, http://www.agiro.de ,Tel. 06321 - 48 93 43

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