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Rathaus Deidesheim

Rathaus von Deidesheim, Radierung von Ruth Schell

Die Stadt ist heute Fremdenverkehrsmittelpunkt an der Deutschen Weinstraße. In dem fast südländischen Klima gedeihen Mandeln, Feigen, Edelkastanien, Zitronen und vor allem Wein. Auf einer Fläche von 560 Hektar reifen weltbekannte Weine wie Kieselberg, Leinhöhle, Grainhübel und Herrgottsacker.

 

 

Den Weinbau gibt es hier seit 2.000 Jahren, wie römische Münzen beweisen. Aus einer römischen Siedlungsstelle entstand die fränkische Siedlung während der Landnahme im 5. - 7. Jahrhundert. Das 699 im Codex des Klosters Weißenburg erstmals erwähnte „Didinneschaime“ ging 1100 in den Besitz des Fürstbistums Speyer über und verblieb dort bis 1801. Anno 1395 erhielt Deidesheim von König Wenzel von Böhmen die Stadtrechte.1689 wurde die Stadt im Pfälzischen Erbfolgekrieg zerstört und durch die französischen Revolutionstruppen 1792 - 1796 stark in Mitleidenschaft gezogen. 1816 kam die Pfalz und damit auch Deidesheim zu Bayern. Ab 1973 ist Deidesheim Sitz der Verbandsgemeinde.

 

Das Stadtbild wird geprägt durch den historischen Kern im Bereich des Marktes und der katholischen Pfarrkirche St. Ulrich, des Weiteren durch die Barockbauten aus der Zeit des Wiederaufbaus nach dem Pfälzischen Erbfolgekrieg und schließlich durch die Nobelbauten des 19. Jahrhunderts. Das Rathaus, zwischen der Kirche St. Ulrich und der Hauptstraße gelegen, hatte einen 1459 erwähnten Vorgängerbau, vermutlich an der gleichen Stelle. Das genau Erbauungsjahr des heutigen Rathauses ist unbekannt. Es wurde 1532 erneuert, 1689 im Pfälzischen Erbfolgekrieg zerstört und bis 1709 in der heutigen Form wiederhergestellt.

 

Der zweigeschossige barocke Putzbau weist einen nahezu quadratischen Grundriss und an jeder Giebelseite einen Anbau auf. Das Erdgeschoss hat giebelseitige Rundbogenportale.Im Bogenscheitel des nördlichen Portals befi ndet sich das Wappen des Speyerer Bischofs Philipp II. von Flersheim mit der Jahreszahl 1532. Die zweiarmige Freitreppe mit Balustergeländer, 1724 von dem Tiroler Baumeister Jörg Inglikofer errichtet, nimmt die gesamte Straßenfront in Anspruch. Das Treppenpodest bekam eine baldachinartige Überdachung mit Schmuckfachwerk und einer achtseitigen geschwungenen Haube auf zwei toskanischen Steinsäulen. Die Brüstung des Treppenpodestes trägt das Stadtwappen und die Jahreszahl 1821 sowie die Monogramme der Maurermeister Stander und Wintergerst. Das Erdgeschoss war eine ehemals nach drei Seiten geöffnete Halle, die als Markthalle und Gerichtslaube genutzt wurde. In der Folgezeit wurden die Arkaden zugemauert.

 

Im Rahmen der Restaurierungsarbeiten zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden in der Erdgeschosshalle die Balkendecke und die Sandsteinbögen der Arkaden in ihrer Innenansicht freigelegt. Eine innenliegende Holztreppe führt zum Obergeschoss, das ebenfalls im Stil der Renaissance neu gestaltet wurde und heute Repräsentationszwecken dient.

 


Die schönsten Rathäuser der Pfalz, Agiro - VerlagAlle Texte und Abbildungen sind mit freundlicher Genehmigung entnommen aus:

Die schönsten Rathäuser der Pfalz von Ruth Shell mit Texten von Dr. Johann-Martin Deinhard
Bildband und Dokumentation, Hardcover, ca. 112 Seiten, 14,90 €, ISBN 978-3-934769-89-2 erschienen im Dezember 2008

Von der Anmut kleiner Rathäuser in der Pfalz - aufgespürt und künstlerisch umgesetzt in Radierungen von Ruth Schell, mit begleitenden Texten von Dr. Johann-Martin Deinhard. Wahre Kleinode sind sie manchmal: die alten Rathäuser der Pfalz. Und genau darum geht es der in Bobenheim am Berg lebenden Künstlerin Ruth Schell: um die versteckte Schönheit, die verborgene Anmut der Rathäuser in kleinen Dörfern oder Städtchen in der Pfalz.

Die besondere Atmosphäre der Rathäuser - von Altdorf über Haßloch, Diedesfeld oder Freinsheim bis Zweibrücken -, die Ruth Shell als Radierung im Miniaturformat künstlerisch eingefangen hat, wird durch dieses ausgefallene Büchlein wiedergegeben. Ergänzt werden die detailreichen Grafiken durch Texte von Denkmalpfleger Dr. Johann-Martin Deinhard, der die Geschichte und die baulichen Hintergründe der jeweiligen Rathäuser in lebendige Erinnerung bringt.

Erhältlich im Buchhandel oder direkt über den Agiro-Verlag, http://www.agiro.de ,Tel. 06321 - 48 93 43

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