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Rathaus Dörrenbach

Rathaus von Dörrenbach, Radierung von Ruth SchellZwischen Bad Bergzabern und der elsässischen Grenzstadt Weißenburg liegt das Winzerdorf Dörrenbach, in einem Seitental des Pfälzerwaldes. Das „Dornröschen der Pfalz” erhielt 1975 die Auszeichnung „Schönstes Dorf an der Weinstraße”. 992 schenkte Kaiser Otto III. Güter in „Turrenbach” (dürrer Bach) dem Kloster Elz. Im 13. Jahrhundert ist Dörrenbach innerhalb der Herrschaft Guttenberg staufisches Reichsgut. 1379 teilen sich die Grafen von Leiningen mit der Kurpfalz die Ortsherrschaft. Wechselnde Herrschaftsverhältnisse bestimmen die weitere Entwicklung. 1463 geht der Anteilder Leininger Grafen auf Pfalz-Zweibrücken und Kurpfalz über. 1559 scheidet Kurpfalzals Mitinhaber des Amtes Guttenberg aus. Der Anteil geht über an Pfalz-Veldenz.  Ab 1680 übt Frankreich unter Ludwig XIV. die Herrschaft aus. Durch den Frieden von Luneville (1801) gehörte Dörrenbach zu Frankreich, nach dem Wiener Kongress zu Bayern.

 

Das Rathaus, ein „prächtiger Renaissancebau” (Dehio) von 1590/1591, gehört zu den schönsten Bauwerken der Pfalz. Freistehend auf einem kleinen Platz gegenüber der Kirche gelegen, entsteht zusammen mit dem Wehrfriedhof ein Ensemble von besonderer Anmut. Das Gebäude besteht aus einem gemauerten Erdgeschoss, dem Obergeschoss mit dem Ratssaal und einem imposanten dreigeschossigen Giebel. Das Erdgeschoss aus Quadermauerwerk mit rundbogigen Fenstern und einer rundbogigen Einfahrt war ursprünglich eine einräumige Halle. Die Holzbalkendecke ruht auf einem Unterzug, der durch eine steinerne Säule mit ionischem Kapitel unterstützt wird. Das erste Obergeschoss, insbesondere die östliche „Schauseite”, zeigt mustergültiges fränkisches Fachwerk, das durch zwei „Mannfiguren” (Stil, zwei Streben) in drei Partien geteilt wird. Die Fenster sind in „Fränkischen Erkern” paarweise zusammengefasst. Die Gefache unter den Fenstern bestehen aus aufgelösten Andreaskreuzen. Unter einem Fenster befindet sich ein Wappen und das Zunftzeichen der Bäcker. Unter den übrigen Fenstern sind flachgeneigte Andreaskreuze.

 

Alle Hölzer, insbesondere die Stiele, sind mit ornamentalen Schnitzereien versehen. Die Schauseite der Giebelgeschosse zeigt Mannfiguren, Andreaskreuze und Zierfachwerk unter den Fenstern mit runden Sonnenornamenten. Stark profilierte Schwellen bewirken eine klar erkennbare Geschosstrennung. Die westliche Giebelseite ist mit Schiefer verkleidet. Auf der Nordseite führt eine außenliegende gerade Treppe zum ersten Obergeschoss. Die Treppe ist überdacht und endet auf einem gemauerten Podest vor der Eingangstür. Diesen Eingang überdacht ein mit reichem Schnitzwerk versehenes Holzgehäuse mit Satteldach. Über der Türöffnung befindet sich die Inschrift: PAX INTRANTIBUS 1590. Das Dach ist ein Krüppelwalmdach mit einem extrem kleinen Walm („Schopf ”) auf der östlichenGiebelseite.

 


Die schönsten Rathäuser der Pfalz, Agiro - VerlagAlle Texte und Abbildungen sind mit freundlicher Genehmigung entnommen aus:

Die schönsten Rathäuser der Pfalz von Ruth Shell mit Texten von Dr. Johann-Martin Deinhard
Bildband und Dokumentation, Hardcover, ca. 112 Seiten, 14,90 €, ISBN 978-3-934769-89-2 erschienen im Dezember 2008

Von der Anmut kleiner Rathäuser in der Pfalz - aufgespürt und künstlerisch umgesetzt in Radierungen von Ruth Schell, mit begleitenden Texten von Dr. Johann-Martin Deinhard. Wahre Kleinode sind sie manchmal: die alten Rathäuser der Pfalz. Und genau darum geht es der in Bobenheim am Berg lebenden Künstlerin Ruth Schell: um die versteckte Schönheit, die verborgene Anmut der Rathäuser in kleinen Dörfern oder Städtchen in der Pfalz.

Die besondere Atmosphäre der Rathäuser - von Altdorf über Haßloch, Diedesfeld oder Freinsheim bis Zweibrücken -, die Ruth Shell als Radierung im Miniaturformat künstlerisch eingefangen hat, wird durch dieses ausgefallene Büchlein wiedergegeben. Ergänzt werden die detailreichen Grafiken durch Texte von Denkmalpfleger Dr. Johann-Martin Deinhard, der die Geschichte und die baulichen Hintergründe der jeweiligen Rathäuser in lebendige Erinnerung bringt.

Erhältlich im Buchhandel oder direkt über den Agiro-Verlag, http://www.agiro.de ,Tel. 06321 - 48 93 43

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