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Rathaus Ramstein

Rathaus Ramstein (Radierung von Ruth Schell)Die Stadt Ramstein-Miesenbach ist Sitz der gleichnamigen Verbandsgemeinde. Der Stadtteil Ramstein erlangte durch die auf seiner Gemarkung angesiedelte „Ramstein Air Base“, dem größten NATO-Flugplatz in Europa, sowie durch das sich dort im Jahr 1988 ereignete Flugtag-Unglück überregionale Bekanntheit.

Die Gründung des Dorfes Ramstein dürfte im 9. - 10. Jahrhundert erfolgt sein, wobei die Namensgebung mehrere Deutungen zulässt. Zum einen „Stein" oder „Felsen" eines Franken namens „Hramo“, zum anderen „Rabenfelsen“ oder „Rabenstein“ (althochdeutsch: „Hramban“ = Rabe).

Die erste urkundliche Erwähnung von Ramstein stammt aus dem Jahr 1215, wonach König Friedrich II., der Enkel Barbarossas, dem Reichsschultheiß Reinhard v. Lautern (Kaiserslautern) für seine treuen Dienste das „Pfarrersatzrecht von Ramestein” einräumt. Im Jahr 1357 kommt Ramstein zur Kurpfalz. Ab dem Jahr 1366 führt der Edelknecht „Johannes von Ramstein“ sein eigenes Siegel mit einem erhabenen Stein. Von da an ist Ramstein Gerichtsort bis zum Einmarsch der Franzosen 1793.

Um 1750 erfolgt der Bau des ersten Rathauses von Peter Philipp Delarber nach den Plänen des italienischen Baumeisters Franz Wilhelm Rabaliatti. Das Gebäude wechselte in der Folgezeit mehrmals den Besitzer. Unter anderem waren dort eine Brauerei und ein Wirtshaus untergebracht. Ab 1949 gelangte es in den Besitz der Gemeinde Ramstein, die es bis zum Bau des neuen Rathauses 1983 als Verwaltungsgebäude nutzte. In den folgenden Jahren wurde das Gebäude für rund eine halbe Million DM umgebaut. Im Herbst 1987 konnte dann darin das Heimatmuseum der Verbandsgemeinde Ramstein- Miesenbach eröffnet werden. Seit 2001 trägt das Museum im ehemaligen Rathaus den Namen „Museum im Westrich“.

Bei dem Barockbau handelt es sich um ein verputztes zweigeschossiges Bauwerk, unterkellert und mit gewalmten Mansarddach. Die Geschosse sind durch Bandgesimse getrennt. Die stichbogigen Fenster haben eine rustizierte Rahmung. Die Scheitelsteine sind mit Voluten bzw. am Obergeschoss mit kräftig reliefierten Masken geziert. Auffällig ist das hübsche Portal mit Oberlicht und profilierter, gebrochener Rahmung. Am unteren Schlussstein ist ein Engelsköpfchen angebracht, am oberen eine Maske. Am oberen Sturz steht die Inschrift: SOLI DEO GLORIA 1750. Vor dem Portal befindet sich eine zweiläufige Freitreppe. Am westlichen Hauseck fällt die dekorative Steinfigur Johannes Nepomuks auf.

 


Die schönsten Rathäuser der Pfalz, Agiro - VerlagAlle Texte und Abbildungen sind mit freundlicher Genehmigung entnommen aus:

Die schönsten Rathäuser der Pfalz von Ruth Shell mit Texten von Dr. Johann-Martin Deinhard
Bildband und Dokumentation, Hardcover, ca. 112 Seiten, 14,90 €, ISBN 978-3-934769-89-2 erschienen im Dezember 2008

Von der Anmut kleiner Rathäuser in der Pfalz - aufgespürt und künstlerisch umgesetzt in Radierungen von Ruth Schell, mit begleitenden Texten von Dr. Johann-Martin Deinhard. Wahre Kleinode sind sie manchmal: die alten Rathäuser der Pfalz. Und genau darum geht es der in Bobenheim am Berg lebenden Künstlerin Ruth Schell: um die versteckte Schönheit, die verborgene Anmut der Rathäuser in kleinen Dörfern oder Städtchen in der Pfalz.

Die besondere Atmosphäre der Rathäuser - von Altdorf über Haßloch, Diedesfeld oder Freinsheim bis Zweibrücken -, die Ruth Shell als Radierung im Miniaturformat künstlerisch eingefangen hat, wird durch dieses ausgefallene Büchlein wiedergegeben. Ergänzt werden die detailreichen Grafiken durch Texte von Denkmalpfleger Dr. Johann-Martin Deinhard, der die Geschichte und die baulichen Hintergründe der jeweiligen Rathäuser in lebendige Erinnerung bringt.

Erhältlich im Buchhandel oder direkt über den Agiro-Verlag, http://www.agiro.de ,Tel. 06321 - 48 93 43

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