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Rathaus Leistadt (Bad Dürkheim)

Rathaus Leistadt (Radierung von Ruth Schell)Der nördlichste Stadtteil von Bad Dürkheim erstreckt sich auf der Kuppe eines Vorhügels des Haardtgebirges.

Leistadt ist ein fränkisches Straßendorf aus dem 8. Jahrhundert, erstmals 1214 in einer Urkunde der Grafen von Leiningen als „Luzelstat“ (Stätte des Luzilo) erwähnt. Ursprünglich gehörte die Ortschaft zum fränkischen Stammesherzogtum und wurde dann Königsland der deutschen Könige. Vor dem 13. Jahrhundert kam das Dorf in den Besitz des Klosters Marbach (Schweiz).

1215 übertrug der Marbacher Abt die Ortskirche an das leiningische Kloster Höningen bei Altleiningen. 1237 erhielten die Grafen von Leiningen das Dorf Leistadt zum Lehen. Die Zugehörigkeit zu den Leiningern währte bis 1797. Im Jahr 1816 kam die Pfalz zum Königreich Bayern. Als selbstverwaltete Gemeinde wurde Leistadt dem Kanton Dürkheim zugeordnet. 1946 gelangte die Pfalz ‒ und somit auch Leistadt ‒ zum neugeschaffenen Land Rheinland-Pfalz. Zwei Jahre später kam Leistadt zum Landkreis Neustadt, der 1969 aufgelöst wurde. Leistadt wurde zu diesem Zeitpunkt Stadtteil von Bad Dürkheim.

Das Rathaus mit dem Marktplatz bildet den Kern von Leistadt. Der beherrschende Barockbau hatte in der Renaissancezeit einen Vorgängerbau von 1519, wie die Inschrift auf einem Türsturz der „Betzenkammer“ beweist. Das Rathaus wurde 1750 erbaut. Gute Weinernten hatten den Neubau ermöglicht, der sich als zweigeschossiger Putzbau in opulentem Barock mit geschosstrennenden Gesimsen, verknüpften Eckpilastern und üppigem Gebälk darstellt. Die Rechteckfenster sind mit Ohrenrahmen ausgestattet. Der Südgiebel trägt im Obergeschoß eine Inschrifttafel mit der Jahreszahl 1750. Auf der östlichen Traufseite
verlauft eine einarmige Außentreppe mit überdachtem Podest zum ersten Obergeschoss. Das Satteldach erzeugt einen geschweiften Schildgiebel mir zwei Geschossen und Voluten. Im obersten Giebelfeld ist das Leistadter Wappen: eine Blume mit drei Wurzeln (Glaube, Liebe, Hoffnung). Besonderes Merkmal ist der viergeschossige Glockenturm, der den im Ortsbild fehlenden Kirchturm ersetzt. Der beherrschende Turm hat eine geschweifte Haube, Eckquaderung und eine Aufzugsvorrichtung zum Trocknen für Feuerwehrschläuche.

 


Die schönsten Rathäuser der Pfalz, Agiro - VerlagAlle Texte und Abbildungen sind mit freundlicher Genehmigung entnommen aus:

Die schönsten Rathäuser der Pfalz von Ruth Shell mit Texten von Dr. Johann-Martin Deinhard
Bildband und Dokumentation, Hardcover, ca. 112 Seiten, 14,90 €, ISBN 978-3-934769-89-2 erschienen im Dezember 2008

Von der Anmut kleiner Rathäuser in der Pfalz - aufgespürt und künstlerisch umgesetzt in Radierungen von Ruth Schell, mit begleitenden Texten von Dr. Johann-Martin Deinhard. Wahre Kleinode sind sie manchmal: die alten Rathäuser der Pfalz. Und genau darum geht es der in Bobenheim am Berg lebenden Künstlerin Ruth Schell: um die versteckte Schönheit, die verborgene Anmut der Rathäuser in kleinen Dörfern oder Städtchen in der Pfalz.

Die besondere Atmosphäre der Rathäuser - von Altdorf über Haßloch, Diedesfeld oder Freinsheim bis Zweibrücken -, die Ruth Shell als Radierung im Miniaturformat künstlerisch eingefangen hat, wird durch dieses ausgefallene Büchlein wiedergegeben. Ergänzt werden die detailreichen Grafiken durch Texte von Denkmalpfleger Dr. Johann-Martin Deinhard, der die Geschichte und die baulichen Hintergründe der jeweiligen Rathäuser in lebendige Erinnerung bringt.

Erhältlich im Buchhandel oder direkt über den Agiro-Verlag, http://www.agiro.de ,Tel. 06321 - 48 93 43

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