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„Ich will dir den Schlüssel des Himmelreiches geben“ (Mt. 16,19)

 „So wird uns deutlich, dass die Tür zur Begegnung mit Gott mit der Himmelstür in engste Verbindung zu bringen ist“ (2).

Wer durch das Portal einer Kirche tritt, lässt die Welt draußen und tritt in den Bereich des Sakralen und Geweihten ein. Ein sehr schönes Beispiel für die besondere Bedeutung des Portals und dessen Gestaltung ist an der protestantischen Kirche in Albisheim zu finden. Dort thront Petrus als Schlußstein über dem Westportal. Als Schutzpatron von Dorf und Kirche wurde er 1792 aus der mittelalterlichen Kirche in das neu erbaute Gotteshaus übernommen.  Er dürfte schon Schutzpatron der alten Kirche gewesen sein, wie die überlieferten Siegel der Albisheimer Schultheißen zeigen, oder wie in einer Urkunde aus dem Jahre 1406 zu entnehmen ist, als Konrad von Lautersheim eine Priesterpfründe der St. Peters-Kirche zu Albisheim stiftete. Petrus und Paulus finden wir aber auch an einigen romanischen Portalen in einer anderen Funktion. Dort treten sie als „Hüter der Schwelle“ in Erscheinung.

Die Halbfigur des Petrus dürfte eine einheimische Steinmetzarbeit sein. Unterhalb des Gürtels, der die Tunika abschließt, endet das Gewand in einem Wolkenband, das an den Seiten in die Ärmel des Mantels übergeht und so harmonisch seine Fortsetzung hat. In der Rechten hält er einen Schlüssel, dessen Bart nach der Pfarrbeschreibung des Pfarrers Gümbel bereits im 18. Jahrhundert zerstört war. Das Gesenke und der Ring, der wie die Reste zeigen, als Raute ausgebildet war, die an den Ecken in sich knotenförmig verschlungen ist, fehlen ebenfalls. In der Linken hält er ein Buch, das zum einen für den Apostel steht und natürlich auch als Symbol des Evangeliums steht. Das Gesicht ist dem seit dem 4. Jahrhundert feststehenden Typus für die Petrusdarstellung verhaftet. Petrus trägt einen gelockten Vollbart, sowie einen Lockenkranz um das Haupt, der dachartig über die Ohren reicht. Ansatzweise ist auch eine Stirnlocke erkennbar (1) . „So wird uns deutlich, dass die Tür zur Begegnung mit Gott mit der Himmelstür in engste Verbindung zu bringen ist“ (2).

 

(1) Unger Rüdiger: Abriß der Kirchengeschichte von Albisheim bis 1985, in: 1150 Jahre Albisheim, 1985, S. 26.
(2) Wolfahrt, Dietrich: Der Turmhahn 14, 1970, H. 1/2, S. 13.

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