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Wiesbach (Wiesbach, VG Zweibrücker-Land)

 Autoren: Martin Dolch und Stefan Ulrich

Burgruine Wiesbach, Maueraußenschale der Wohnbau-Nordseite, 2007 (Aufnahme: Uwe Welz)Die Geschichte der Burg bei Wiesbach ist unbekannt. Es lassen sich lediglich Ministeriale nachweisen, die möglicherweise im Zusammenhang mit der Burganlage zu sehen sind. Der Ritter Godebrecht von Nanstein, der 1269 Zweibrücker Burgmann wurde, hatte Besitzungen im Tal von Wiesbach. Die Reichsministerialen von Hohenecken übertrugen das Patronatsrecht an der Pfarrei Wiesbach, das sie als Reichslehen besaßen, 1279 auf die Deutschordenskomturei Einsiedel.

 

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Die Lauterer Reichsburgmannen Nikolaus von Hagen und Tilmann von Schwarzenberg erhielten 1297 ihr jährliches Manngeld aus den Gefällen der Ämter Labach und Wiesbach. 1392 besaß Philips von Breidenborn Güter in Labach und Wiesbach. Hermann Schreibmüller vermutete in Wiesbach eine Amtsburg und damit ein Zeugnis für die südwestliche Ausdehnung des Reichslandes um Kaiserslautern im 13. Jahrhundert. Dies korrespondiert mit der Tatsache, dass in den meisten (allen) Amtsorten des Reichslandes (z.B. Theisberg-[Steegen]) = Deinsberg oder Kübelberg – s.d.) Reichsburgen anzutreffen waren.

Baubeschreibung
Ebenso wie zur Burggeschichte sind nur sehr wenige Fakten zum Bau und Aussehen der Burganlage fassbar. Erst 1717 wird die Ruine urkundlich genannt und dabei der Burgwald sowie der tief in den Fels geschnittene Graben erwähnt. Von der Burg hat sich nur wenig Aufgehendes erhalten. Die als Turmburg anzusprechende Ruine liegt erhöht auf einem kleinen Felsklotz. Sie wird von einem zum Teil zugeschütteten, etwa sichelförmigen breiten Graben vom nördlichen Bergrücken abgetrennt. Ob sich eine kleine Unterburg auf der südlich und südöstlich darunter liegenden halbkreisförmigen Fläche befunden hat, muss angesichts des heutigen Zustands Hypothese bleiben. Auch über die Gesamtgröße der Anlage kann nur spekuliert werden.


Burgruine Wiesbach,Grundriss, 1981 (aus: KD ZW 1981, S. 845, Fig. 839)Aufgrund der beachtlichen Dimensionen von 17 Metern im Norden und ungefähr 13 Metern (mindestens elf Meter) im Osten ist am wahrscheinlichsten eine kompakte Anlage aus Wohngebäude und Ringmauer mit kleinem Hof zu vermuten. Partien der äußeren Mauerschale sind auf drei Seiten sichtbar. Der Verband setzt sich aus grob zugerichteten Quadern unterschiedlicher Formate (Quaderlängen von 30 bis 100 Zentimetern, Quaderhöhen von 16 bis 30 Zentimetern) zusammen, die ohne durchlaufende Lagerfugen versetzt sind. Für vereinzelte Abzwickungen wurde Bruchstein verwandt. Das Fehlen großer Teile der Außenschale ermöglicht einen Blick ins Innere des Mauerverbandes. Das Schalenmauerwerk hat einen Mauerkern aus großformatigen lagerhaft verbauten Bruchsteinen und Steinabfällen, die durch einen rotsandigen Kalkmörtel verbunden sind. Ungeklärt sind Gestalt, Ausmaß und Funktion eines kleinen „Anbaues“ auf der Westseite nahe der Nordwestecke. Durch das abgerutschte Erdreich ist nur ein geringer Teil eines kleinformatigen Mauerverbands zu sehen, der stumpf an den Wohnturm anstößt.

Möglicherweise handelt es sich hierbei um einen sekundär angefügten Strebepfeiler. Das Turminnere ist völlig verschüttet. Die genaue Mauerstärke ist infolgedessen nicht zu ermitteln, muss nach Norden hin aber mindestens 160 Zentimeter betragen haben. Die Gestalt der Gesamtanlage, die Ausführung des Mauerwerks sowie das Fehlen jeglicher datierbarer Bauzier lassen den Errichtungszeitraum der Burg nicht enger fassen als vom mittleren 12. bis mittleren 13. Jahrhundert.

 

Topographie
Die frei zugängliche Burgruine liegt oberhalb der Ortsmitte auf einem Bergrücken. Zu erreichen ist sie über eine westlich den Berg hinaufführende asphaltierte Straße, von der ein Waldweg Richtung Kornfelshütte abzweigt. Die Burgruine befi ndet sich auf einem kleinen Felsen in Spornlage.


49*20’ 14,8’’N     07*27’20,0’’O

RW: 2605770      HW: 5467615  


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Das Buch zum Bericht - Das Pfälzische Burgenlexikon

lexikon_4b.jpgDer Artikel wurde in gekürzter Form entnommen aus: Pfälzisches Burgenlexikon, Bd. 4, St –Z, hrsg. v. Jürgen Jürgen Keddigkeit, Ulrich Burkhart und Rolf Übel, Kaiserslautern 2007. Teil eins und zwei des 4. Bands des pfälzischen Burgenlexikons beinhalten Artikel über 113 bzw. 89 Burgen, Burgruinen und Burgstellen, ISBN 3-927754-48-X. Dieses Doppelwerk sowie die Bände 1, 2 und 3 sind in allen Buchhandlungen zum von Preis von jeweils € 39.90 erhältlich.

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