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„Seine Augen schauen herab, seine Blicke prüfen die Menschen“ (Psalm 11,4)
Autor: Peter Wasem, Winnweiler   

Bei den Renovierungsarbeiten 1988In der Alsenbrücker Kirche befindet sich in der Mitte der Decke ein „Auge Gottes“. Es stammt aus der Erbauungszeit des Gotteshauses (1762/63) und ist original erhalten. Die äußere Stuckumrandung wurde erst bei der Renovierung 1987 hinzugefügt.

Von einem gleichseitigen Dreieck eingefasst, von Wolken umgeben und Zentrum von sechs Sonnenstrahlen ist dieses „Auge Gottes“ ein wunderschönes Beispiel für die Symbolik der Barockzeit. Schon von alters her, wurde das wichtigste Sinnesorgan des Menschen in der Symbolik immer mit Licht und geistiger Schaufähigkeit verbunden. Zugleich war es aber nicht nur empfangendes Organ, sondern auch selbst „Kraftstrahlen“ versendendes und Sinnbild der spirituellen Ausdrucksfähigkeit .

Das Auge Gottes in neuem GlanzWohl initiiert von Illustrationen zu Werken des deutschen Mystikers Jakob Böhme  fand das „Auge Gottes“ den Weg in die Ikonographie des Barocks. Bis dahin hatte man sich gescheut, Gott zu personifizieren, wohl auch aufgrund des Ersten Gebotes „Du sollst dir kein Bildnis machen“. Statt dessen versuchte man Gott durch einen Lebensquell, eine Wolke, eine Hand oder ab dem 17. Jahrhundert eben als Auge darzustellen. Das Auge wurde recht schnell mit einem gleichseitigen Dreieck umgeben, welches für die göttliche Dreifaltigkeit steht und symbolisiert hierbei das väterlich wachende "Allsehende Auge Gottes". Kein Wunder, dass sich in der christlichen Pädagogik der Satz "Es gibt ein Aug, das alles sieht, wenn´s auch in dunkler Nacht geschieht" - mit erhobenem Zeigefinger - einbürgerte.

 
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