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| Alte Waldberufe – Flößerei und Trift |
| Autor: Hans Wagner, Trippstadt |
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Schon im Jahre 1403 stellte König Rupprecht der Stadt Neustadt ein Privileg zum Flößen von Hölzern auf dem Speyerbach aus. Im größeren Stil wurde die Flößerei und das Triften von Holz allerdings erst im 18. Jahrhundert betrieben. Im Laufe der Zeit unterschied man genauer zwischen „flößen“ für zusammen-gebundene Holzstämme (Floß) und „triften“ für loses Kurz- oder Schichtholz. (Hier ist noch zu bemerken, dass man in alter Zeit festgelegte und erlaubte Wege zum Eintreiben von Waldweidevieh in die Waldweide, die damals wegen knapper Grünfütterung sehr wichtig war, „Triftwege“ nannte. Solche Vermerke finden sich heute noch in älteren Flurkarten.)
Geeignete Bäche wurden, wie man damals sagte, „gerade gestochen“. Reichte das verfügbare Wasser nicht aus, bildete man durch den Einbau von Wehren Stauabschnitte.
Im Pfälzerwald wurde überwiegend getriftet.
Nun konnte das Triftgeschäft beginnen. Das Holz wurde ins Wasser gestoßen und nahm seinen Weg.
Besonders viel Holz wurde im Bereich Kaiserslautern getriftet, da die Lauter hierzu ideale Vorraussetzungen bot. Im südlichen Bereich von Kaiserslautern waren der Schwarzbach und die Moosalb zum Triften geeignet. Bei der Moosalb musste mit Rücksicht auf die Hütten- und Eisenwerke im Karlstal bei Trippstadt, auf den oberen Teil des Bachlaufs verzichtet werden. Da dieser Industriebetrieb selbst größere Mengen Holz zur Gewinnung von Holzkohle verbrauchte, konnte der Triftbetrieb vermutlich erst aufgenommen werden, nachdem die Eisenverhüt-tung und Verarbeitung eingestellt war. Für den Transport von Holz aus den großen Wäldern beiderseits des Schwarzbachtales – Gräfensteinerwald und Horn-bachwald – war der lange wasserreiche Weg sehr vorteilhaft. Ein Triftwoog war wohl der Pferdsbrunnenweiher, der aus Zuflüssen von der Burgalbspring bei Johanniskreuz und der Pferdsbrunnenquelle gespeist wurde und wird.
Letztmals wurde 1902 von Speyerbrunn und Elmstein aus Holz getriftet. Die zum Zwecke der Flößerei befestigten Wooge und Bachläufe sind noch erhalten geblieben, die Wooge wurden nach dem Ende der Flößerei für die Fischzucht abgegeben.
Besonders stark gewütet haben die Franzosen im Pfälzerwald. So wissen wir, dass wertvolle Hölzer aus dem Kaiserslauterer Reichs- und Stiftswald auf Weisung von Napoleon ab 1804 über die Lauter, den Glan und die Nahe, nach Bingen geflößt und von dort im großen Verbund über den Rhein nach Rotterdam/Holland zum Schiffsbau gelangten.
Bei Wanderungen im Pfälzerwald kann man noch an vielen Bachläufen die Kanalisierung und die kunsthandwerklich ausgeführten Wasserbauten der alten Triften bewundern. Sie sind heute steinerne Zeugen einer lang vergangenen Wald- und Forstgeschichte. Aber vor allem sind es die romantischen, einsam gelegenen Waldweiher, die der Wanderer im Pfälzerwald findet, die uns an diese alte Zeit erinnern.
Mehr unter: http://www.hukwa-gesamtkunstwerk.blogspot.com Lit. Hinweise: |