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| Alte Waldberufe - Der Pottaschbrenner |
| Autor: Hans Wagner, Trippstadt |
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Roland Paul berichtet in „von alten Berufen im Pfälzerwald“…und noch zu Beginn des 19.Jahrhunderts spielte die Pottasche als Handelsgut im Raum Kaiserslautern eine beachtliche Rolle“.
Pottasche ist ein grauweißes alkalisches Salz, das aus der Holzasche ausgelaugt wird. Dabei werden die Kalisalze und etwas Kieselsäure gelöst. Durch Abdampfen und Glühen gewinnt man eine Salzmasse, die sogenannte Pottasche. Besonders begehrt war die Buchenpottasche. Die Asche wurde in großen Kesseln, sogenannten „Pötten“, gewonnen. Daher der Name Pottasche. Neben der Glas und Seifenherstellung, benötigte man Pottasche zur Herstellung von Farben aber auch die Bleicher, Garnkocher, Salpetersieder, Schmelzer und Gerber brauchten sie. Das Tuchgewerbe benötigte sie zum Waschen der Wolle. Schon im Mittelalter besaß die Stadt Kaiserslautern ein sehr bedeutendes Tuchgewerbe, das sich schließlich im 18. und 19. Jahrhundert zu einer Industrie entwickelte. Es ist daher also nicht verwunderlich, dass das Pottaschenbrennergewerbe in Kaiserslautern und den umliegenden Walddörfern recht gut florierte.
Erich Bauer und Volker Christmann berichten uns in der Broschüre „der Stadtwald Kaiserslautern“: “…noch im Jahr 1849 zählte man in der Rheinprovinz 229 Pottaschesiedereien. Auch in den Kaiserslauterern Ratsprotokollen lesen wir des öfteren von diesem Gewerbe. So bittet 1657 der Hagenauer Bürger Lorenz Rosenzweig, ein Pottasche und Harzbrenner, ihn in Lautern wohnen zu lassen, um hier sein Gewerbe ausüben zu dürfen. Im Jahr 1707 beklagen sich die Lauterer Bürger darüber, dass der Oberförster den Pottaschbrennern erlaubt habe, „ganze Walddistrikte abzuhauen“.
Ein interessantes Zeitzeugnis zur Pottaschbrennerei hinterließ uns der Pfälzer Heimatforscher Lukas Grünenwald aus dem pfälzischen Dembach. In seinen Jugenderinnerungen berichtet er:
„Diese Pottaschhütten waren, kleine viereckige Steinhäuser mit einer Stube und Küche und Holzlage darüber. In der Küchenecke stand ein großer, runder Eisenkessel im gemauerten Herd zum Pottaschsieden und ein Kamin stieg von da über das Satteldach empor. In den drei Wänden dem Eingange gegenüber, waren kleine Fenster. Die nötige Holzasche wurde in allen Dörfern weithin gekauft und in Säcken auf Handkarren und Wagen auf den damals noch schlechten Strassen oft mühsam heimgebracht. In der Hütte wurde sie zuerst zuerst kalt beigesetzt d.h. in grauen Weidenkörben, die innen mit Leinwand ausgeschlagen waren und über Laugebütten standen, mit Bachwasser übergossen und durchsickert, bis sie ganz ausgelaugt war. Die Mutterlauge wurde dann im Herde so lange gesotten, bis nur noch die weiße, kostbare Pottasche übriglieb, die dann um teuren Preis an Glashütten verkauft wurde.“
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Literaturhinweise: Helmut Seebach - Altes Handwerk und Gewerbe in der Pfalz. Band 3. Erich Bauer und Volker Christmann - Der Stadtwald Kaiserslautern. Roland Paul - Von alten Berufen im Pfälzerwald - Der Pfälzerwald - Porträt einer Landschaft. |